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Herr Burghardt baut ein Baumhaus!

Es schaut einst aus dem Fenster Frau Burghardt, die Gabriele,
sinniert so versonnen vor sich hin, die versunkene Seele,
versenkt ihre Augen in den Garten, sieht Baum neben Baum
und es entsteht in ihr ein ganz verwegener Traum:
Für mich, für mein Kind und für all meine Kegel,
da baut mir mein Mann, dieser baumlange Flegel,
fest und stabil, mitten hinein ins Geäst
ein wunderschönes Geborgenheitsnest.
Und mit fester Stimm schallts dann zum Dietrich hinaus:
Herr Burkhard, du bau´st jetz in ´nen Baum ein Haus.
Da tut´s in Dietrich´s Kopf ein BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM
und er krault sich erst mal ganz lauschig in seinem Rauschebart rum!

So was, das lässt sich der Dietrich bestimmt nicht zweimal sagen,
so ein Häuschen, da werd ich mich schnell ran wagen,
halsüberkopf stürzt hinaus er in den baumerfüllten Garten,
kanns kaum erwarten, gleich mit dem Werkeln zu starten,
blinzelt gegen die Sonne, so richtig gegens Licht,
so schnell find er den richtigen doch vor lauter Bäumen nicht!
Zum Glück kommt die Gabi dann ganz schnell zu ihm heraus
und zeigt ihm, wo´s hier lang geht: in den da kommt mein Haus!
Im Kopf wird´s immer lauter, das BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM,
und Herr Burghardt, der schaut sich bei den Bäumen gedankenvoll um.

 

Ist schon klar, sagt der Dietrich, das muß wohl so sein,
und er geht erst mal kurz in seine geliebte Garage hinein,
setzt verliebt sich sofort auf sein Motorrad sodann,
und schmiedet für das Haus dort den richtigen Plan.
So ein Haus, das muß ja auch von der Statik sein durchdacht,
damits mit der Gabi drin nicht gleich zusammenkracht!
Und er zeichnet und zeichnet sich zusammen sich das schönste Haus,
gemütlich soll sie´s da oben haben, seine kleine Knuddelmaus!
Und immer stärker wird´s, das BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM:
bald knuddeln wir zwei beide nur noch im Baumhaus herum!

Und Herr Burghardt träumt so vom Burghardtschen Knuddelparadies
und wie schön das Leben beim Knuddeln doch wohl is,
doch bevor das Werkeln beginnt, oh was ist das für ein Graus,
da denkt er nur: Wie fang ich das an? Wie führ ich das aus?
Da blitzt es auf in ihm - ein Gedanke wie ein Lebensretter,
als erstes da brauch ich bestimmt mal jede Menge Bretter!
Weg ist das Brett vorm Kopf, jetzt geht´s BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM,
Herr Burghardt ist ein perfekter Planer, bald schaut Ihr Euch noch um!

Doch allein diese Bretter, auch wenn sie die Knuddelwelt bedeuten,
das reicht für zwei Burghardts nicht, hört´s Dietrich in sich läuten,
und in seinem Kopf läutets und brummts und es rieselt und fängt an zu hageln:
auf diesen Brettern, da muß ich knien und schwitzen und so richtig nageln!
Da blüht mir vielleicht was, aber das ist jetzt erst mal einerlei:
Ich kauf mir ´nen Nagel - oder sogar besser zwei oder drei!
Und in dem Dietrich auf seinem Motorrad im Kopf machts BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM
und er spielt ganz verliebt und verzückt mit einem zarten Zündschlüssel rum.

 

Und er grübelt und grübelt und in seinem Kopf gibt´s fürchterlichen Krach:
Nachher will Madam für ihr Traumhaus noch so ein richtiges Dach?
Wo man beim Knuddeln im Regen wird drunter überhaupt nicht naß?
In diesem Moment hört für Herrn Burkhardt auf der ganze Planungsspaß
und er stülpt sich, wie´s sich gehört für einen geübten Bauherrenschelm,
den für´s Bretterkaufen parat liegenden Bauherren- und Motorradhelm
direkt auf den von der gesamten Planungsarbeit halb brach liegenden Kopf,
fasst die Gelegenheit direkt beim Schopf und drückt den einsamen Starterknopf,
und aus der Garage raus mit einem fürchterlich lauten BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM
braust der Planer samt Motorad erstmal ein Stündchen um den Baumarkt herum.

Und da hat sich der Bautraum vom Traum-Baumhaus schnell ausgeträumt,
ihm wirds egal, ob seine Traumgattin zuhause vor Wut bald schäumt,
die kann mich mit diesem ihrem Haustraum nicht weiter trietsen:
Ich fang jetzt erst recht richtig an zu brummen und zu fietsen,
ich lass jetzt besonders meinen Gefühlen so vollkommen freien Lauf,
ich brumm jetzt mit meinem Brummfiets direkt in den hohen Norden hinauf!
Vorrüber rauscht an meinem Planerleben dieser unselige Kelch,
mein Brummfiets, das brummt jetzt nur noch für Rentier und Elch.
Alte Lappen, alte Schweden und was gibts da sonst noch für Finnen,
unter denen kann ich mich auf meine ureigenen Träume besinnen
und Herr Burhardt dreht nordwärts auf mit lautem BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM!
Und wenn er nicht gestorben ist, fährt er heut noch samt Motorrad um den Nordkap herum!

Und noch einmal lassen wir´s brummen: BRUMM BRUMM FIETS BRUMM BRUMM
Und jetzt schmier ich Euch allen noch ein wenig Honig um den Bart herum!
Ihr könnt jetzt nämlich weiterbrummen und fietsen, stundenlang, hemmungslos und völlig ungeniert,
denn das ich Euch mit dem Gedicht überhaupt nichts sagen wollte, das habt Ihr ja hoffentlich kapiert!




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