Aus heiterem Himmel kam der Regen morgens hernieder geplatzt,

hat doch beinah die gesamte Samstags-Planung uns allen verpatzt,

in den Baumarkt hat´s den Bauherren für´n Stündchen verschlagen,

was er dort solang besorgte, taten daheim die anderen sich fragen,

sein Einkauf war leider verfahren und nicht so von Erfolg gekrönt,

ihm hat ja auch bei aller der Aufregung nur so der Kopf gedröhnt.

Doch diese Einkaufszeit, die nutzte der Rest der Crew total geschickt,

und hat geschockt und behutsam in der Hütten Bauanleitung geblickt.

   

So ging´s dann belesen und gewappnet an die Bodenkonstruktion heran,

ein jeder stand dabei wohlwollend und komplett konstruktiv seinen Mann,

es hat aber auch garantiert nicht einen der Meute wirklich richtig aufgeregt,

daß - wie ersichtlich - die Bohlen auf den nassen Platten so falsch ausgelegt!

Dann schaute der Michael noch mal ganz tief in die leidige Anleitung rein

und wußte dann schlagartig, wie das mit den Bodenbohlen hatte zu sein!

Schon bald lagen dieselben alle parallel nebeneinander, geordnet und fein,

und von da an lief die Baumaßnahme wie von selbst und von ganz allein!

   

Wenn einem der Hüttenbau so schnell und früh Erfolge hat beschert,

dann ist das in Updorf schon mal ein kleines, feines Bierchen wert.

Und so stellte man sich - jeder mit seinem Lieblingsgebräu in der Hand,

dahin, wo bis vor kurzem die alte, die kleine, die kultige Hütte stand,

genoss sein Gesöff, sein Lime, sein Beck´s, sein Jever etwas bitter,

ertrug von den Paparazzi-Fotografen das ständige Blitzlichtgewitter,

und schon packte man wieder an, mit genau fünffacher Manneskraft

wurde dank Prösterchen Lage auf Lage von der Hüttenwand geschafft!

 

   

Zum Glück führt die Aufsicht der Michael, mit richtigem Hüttenbaudiplom,

und einen Bankdirektor mit so `nem Diplom, wo findet man das denn schon?

Diplomatisch dirigiert er hier auf jeden Fall die komplette Engelkes-Bande,

damit die bauereimäßig so einigermaßen mit den Wanden kommt zu Rande,

wo der Tim gerad so unnbändig untätig auf das lange Brettlein da starrt,

das Patrick aus voller Leibeskraft hat vom Karren da vorn herangekarrt,

während der Banden-Chef mit Links und Power die Nut auf die Feder drückt,

da staunt der liebe Diplombauersmann nur und ist ganz bieder verzückt!

   

Doch was hat der Timon bei der Schufterei mit wachen Augen entdeckt,

daß mit Grausen er sich wegdreht und das gar so fürchterlich verschreckt,

daß ihn erstmal nach ´nem kräftigen Schluck aus seiner Pulle es verlangt,

da hat´s nämlich bei Bob und den Baumeistern ganz mächtig gekrankt,

zwischen den Brettern hat der Timon einen riesigen Luftspalt gesehen,.

da sollte wohl in die Hütten immer frische Lüfte von draußen reinwehen!

Zum Glück wurd der Schaden dann doch noch vereint rechtzeitig behoben

und die Meisterbauer taten sich erstmal bei Tee und Käseweck´ austoben!

   

Da sitzen die Gesellen in der Küche, fast wie bei einem obergeselligen Damenkränzchen,

viel hätt nicht gefehlt, dann hätten sie sich noch gehalten die geschundenen lahmen Händchen,

im Moment da schauen sie aus ihrter Wäsche vielleicht noch ein ganz klein wenig verdutzt,

aber die Brötchen, die haben die tapferen Helden fast bis auf den letzten Krümel verputzt!

Das mußte auch sein, den die Damenwelt erwartete ja schließlich ihre ganze Manneskraft,

jedenfalls bis das Dach auf der Hütten bis zur allerletzten Schraube war fertig und geschafft.

Ob die Semmelpower in der Nacht hat noch zu weiteren schelmischen Akten tat reichen,

ist gar nicht bekannt, ist nicht überliefert - taten die Schelme ihre Segel da streichen?

   

Für´s erste haben diese Powersemmeln den Memmen Mumm gegeben,

denn da taten doch zweie gleich ganz kräftig einen stemmen und heben,

auf daß die Welt den richtigen Durchblick ins Gehäuse hinein erlange,

nahmen die Chefs im wichtigen Schlurfschritt ein Fenster in die Zange

und wuchteten dasselbe in sozusagen einem wohl gewaltigen Schwunge -

es erstarrt einem vor Schreck und vollem Übermut im Halse die Zunge -

fast genau auf die Stelle der Hütte, die vom Bauamt auch vorgesehen war,

passgenau hätt´s besser gepasst, Herr Direktor, das ist doch wohl klar!

   

So muß denn der Boss der Busse sämtliche rohe bestialische Gewalt anwenden,

um das arme Fenster so richtig hundertprozent zwischen die Bretter zu zwängen,

fast mit eingezwängt hätt´er dabei doch bald des Bankchefs mausezarten Finger,

doch der zog zurück fast in Börsenpanik seine Flunken, die eisenharten Dinger,

und so glitt zuletzt fast so sanft wie "Jantje sacht in´t Lief" das Fensterteil

hinein in die Aussparung und blieb noch dabei völlig ganz und gänzlich heil!

Die ganze Aktion wurd´ vom Hausherrn ruhig verfolgt bis zur letzten Sekunde,

denn jetzt begann so bei kleinem und zwischendurch mal eine ruhigere Stunde!

   

Die wird jetzt eingeläutet von diesen drei völlig erschöpften Mannen,

die schon lange vorher sich mal über ein kleines Päuschen besannen,

die waren zwecks dieser Maßnahme in einen Stehstreit getreten

und hatten ganz andächtig um hochprozentig Trinkbares gebeten,

was ihnen nach Fenstereinsatz auch wurde ein- und ausgeschenkt,

sonst hätten sich womöglich die Schufter so gefühlt wie gekränkt!

Herrlich Erbarmen zeigte an dieser Stelle die Chefin vom Ganzen,

die ließ nämlich irgendwann mal ´ne ganze chicke Runde antanzen.

   

Nach dem Antanzen wurde dann erstmal ein ganz ganz Klitzekleiner geschlürft,

so ein Klitzer, der hätt´ auch sicher schon ein kleines Stündchen früher gedürft,

doch mit dem Klitzen - und das ist in Ostfriesland ganz ehrwürdige Tradition -

da wartet im Allgemeinen und beim Hüttenbau bis zum Richtfest man schon!

Auch die Chefin, die hat ganz kräftig ein Schlückchen in sich hinein gegossen,

also gemeinsam mit den Zimmerleuten das harte Handwerkerleben genossen;

nur der Timon, der hält sich komplett raus aus dieser handverlebten Sauferei,

der wartet erstmal ab, was Mama Dörte startet für eine hinterlist´ge Hauerei!

   

Die schleicht sich nämlich ganz hinterrücks und voll glockenbehangen,

heran an den Michael, den großkarierten von den Handwerksmannen,

beinahe sieht´s so aus, als wollt´ sie demselben ´ne Kopfnuß verpassen

oder ihm mit einem rotem Schleifchen das Nasenbein zärtlich einfassen,

doch wollt´ sie zum Glück nichts so Schreckliches, nichts dergleichen,

sie tat den Sprachlosen ganz einfach die steile Leiter hoch scheuchen,

da mußte er an diesen Balken eine ihrer geilen Glocken dran baumeln,

erst dann durfte er wieder beglückt & beglockt treppabwärts taumeln!

Doch hielt es ihn nicht geradeallzu lang da unten auf der ebenen Erden,

unser Bankdirektor, der wollte lieber oberster Lattenschrauber werden!

Also verbündete sich der Bank- mit dem allobersten Busdirektor - ach,

und in windeseiligem Direktorenschritt zauberten Sie ein halbes Dach!

   

Doch dieses halbe Dach, das hat den Oberdachdeckern das Allerletzte wohl abverlangt,

wie sonst ist so ein mörderischer, ein gewaltiger Durst in ihren Kehlen wohl entbrannt?

Da sitzen nämlich zwei Männer bierbuddelbewaffnet auf ihren Pobacken, ihren vieren,

und schreien aus Leibeskräften, so als hätten sie im Leben nichts mehr zu verlieren,

nach einer weiteren, nach einer heiteren Erlösung für ihre ausgetrockneten Kehlen,

schreien sich fast den quälenden Durst heraus aus ihren dachlattengeplagten Seelen,

schreiben nach Schnaps, nach Dröhnung, nach allerrlei herzerfrischenden Prozenten,

schreien nach Grünem unter blauem Himmel oder nach ähnlichklingenden Momenten!

   

Doch schließlich jauchzen die Decker hoch oben auf ihrem gelben Dach

und machen dabei einen so augen- und so ohrenbetäubenden Krach,

daß mitten am blauen Himmel, unter dem vom Grünen wird gesüffelt,

ein Jumbo-Jet seinen Flug unterbricht und auf der Stelle rumtrippelt,

und die Passagiere haben minutenlang runter aus ihren Luken gelugt,

wie die Biggi auf dem halbgedeckten Dach mit Dachdeckern rumspukt:

der Leser sieht das Flugzeug hier nur wegen der langenLeiter nicht,

aber ich stand unten und hab´s gesehen mit meinem eigenen Gesicht!

   

Zum Glück sind noch ein paar Nüchterne auf dem Boden der Tatsachen geblieben

und haben ihre zarten Pinsel über die untere Seite der nackten Latten getrieben,

Rebecca und die Julia wechselten sich immer wieder ab beim zärtlichen Streichen

der Hölzer, die Biggi oder Patrick oder sonstwer im Akkord taten ihnen zureichen!

Die wurden dann geschraubt mit Akkugebrüll in die neun brachliegenden Bohlen -

mit je achtzehn Schrauben, die der Schrauber solang aus seinem Karton tat holen,

bis er kreuzeslahm und zitternden Händchens stoppte und nach oben tat schauen,

was sich wohl für ein unbändiges Unheil tat über seinem Kopfe zusammenbrauen,

als es über ihm auf dem Dache auf einmal so laut johlte und stampfte und krachte,

wenn ein fleißiger Helfer den fleißig-durstigen wieder grünen Nachschub brachte!

   

Ururplötzlich legte der Michael dann los, unser oberster großer Feger,

und fegte über sein frischverlegtes Dach wie ein frischfrisierter Neger,

und er fegte und tobte so im Gleitschritt, daß sich die Balken bald bogen,

daß die Staubkörner vom Dache in Wogen und hohem Bogen herabflogen!

Er legte dabei eine solche fegerische Perfektion an den späten Nachmittag,

die mich den ganzen langen Abend noch irgendwie innerlich begleitet hat;

zum Abschied später da tat mir beinah ein Gedanke ganz laut entfleuchen:

die Raina wird ihn doch jetzt nicht zum Fegen ins Schlafzimmer scheuchen?

   

Hat das Fegen unseren Bankster eigentlich so sehr aus dem Gleichgewicht gebracht

oder was hat unserem Gangster in der Dämmerung so ein bleiches Gesicht gemacht?

Selbst mit Abstützen und ´ner Fl asche in der Hand konnte er es nicht mehr schaffen,

sich wie der Thomas zu einer aufrechten und würdigen Haltung zusammenzuraffen!

Auf dem Dache robbte er herum und tat schon wenig dachdeckermeisterhaft lallen,

wir gerieten fast in Sorge, er könnt´von demselben etagenmäßig abwärts knallen,

doch hatten wir alle die Milchmädchenrechnung ohne unsere Wirtin Biggi gemacht,

das Mädchen hat nämlich dann berechnend die richtige Milch aufs Trapez gebracht!

   

Denn schlagartig erhellt sich bei dem Bankmann die Stimmung im Visier,

als die Biggi dem Amtmann kredenzt das einzig wahre Überlebenselexier.

vorbei sind die Anfälle von muskulärer Müdigkeit und schwacher Natur,

bei Osborne-Cola im Glas, da strahlen die Augen vom Michael nicht nur,

da sieht man, wo man hinsieht, fast nur in so überaus fröhliche Gesichter,

die Stimmung steigt, die Zunge wird leicht, die Zunge wird immer lichter:

nach getaner Arbeit hat über den Muskelschmerz die Fröhlichkeit gesiegt,

nur Timon blinzelt skeptisch, weil er mal wieder kein Schnäpschen abkriegt!

   

Ermattet und erschlafft vom spanischen Brand sind nächtens dann einfach abgehauen,

die fröhlichen Arbeiter mit mit ihren umsorgenden, ihren so herzallerliebsten Frauen,

doch der Hüttenchef und Dichter, des Lobes und Dankes voll und einfach freudestrunken,

der ist noch nicht alsgleich zum Schelmenstreiche in des Bettes feine Federn versunken,

eine stolzgeschwellte Runde hat er noch mal im Dunkeln um die neue Hütte gedreht,

und sich dabei fast bass vor Erstaunen beim Munkeln auf die durstige Schnute gelegt:

die dort oben auf der Hütten hatten die Nägel durch die Teerpapp ins Dach gedroschen,

die waren so pilsenerumsegelt wie die Flegel ein Stück weit übers Ziel hinausgeschossen

und hatten im Halbdunkel später Stund´ die Bahnen in lauter Wellen aufs Dach gehämmert,

man wußt es nicht: Hatte das Bierchen, der Schnaps oder gar beides sie gar so belämmert?

Den Schlaf hat mir der Anblick geraubt, für den Rest der Nacht die Ruhe, Frieden und Segen -

wie doch das alte Sprichwort gestimmt: wenn einer eine Hütte baut, dann kann er was erleben!

 

 

   
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       
       

 

 

 


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